Sansibar

Afrika-0008

11.Aug

Nun also wieder auf Reisen – zurück in der Dritten Welt. Im Flughafen von Adis-Abeba stehen Raucherkästchen. Die Raucher stehen in und um die Raucherkästchen herum und verbreiten ihren Dunst im ganzen Gate. Die Raucherkabinen sind einfach nach oben offen. Mir wird der Sinn dieser Konstrukte also nicht sofort begreiflich, ich stelle mich aber ebenfalls zu den Chinesen neben die Box während die Backpacker brav im Kasten qualmen. Erst Später verstehe ich den eigentlichen Sinn hinter den Kästchen. Sie reihen sich ein in viele Dinge, die ich in Afrika noch sehen werde. Stichwort: Alibiveranstaltung. Es geht weniger um den Nichtraucherschutz als vielmehr um die Tatsache, dass Nicht-Raucher-Kästchen einfach zu modernen Flughafenhallen gehören. In Äthiopien will man modern sein, also hat man Raucherkästchen.

blabla
blabla

Sobald ich das International-Gate verlasse, verschwinden die Raucherkästchen und man kann überall rauchen. Nach einiger Zeit stelle ich fest, dass man nur selbstsicher gucken muss, wenn man raucht. Wenn man dann noch in der Nähe eines Mülleimer steht, muss man die Rauchverbotsschilder gar nicht mehr beachten. Anstelle von einer guten Ausschilderung stellt man hier – noch extremer als in Vietnam – lieber zu Haufe schlecht gelauntes oder durch die ständige Fragerei genervtes Personal ein. Diesen „Personal Service“ finde ich anstrengend. Ständig muss man irgendwen fragen und darauf vertrauen, dass der Gegenüber weiß, wovon man redet, geschweige denn, dass er englisch spricht. Man könnte auch einfach eine anständige Beschilderung anbringen, auf der so etwas stehen könnte wie „Gate 1“ oder so. Von der Haupthalle, der Halle der Internationalen Flüge, bis zu meinem nicht ganz so schicken Gate werden die Korridore immer kleiner und dreckiger.

12.AUG

In Sansibar angekommen überrascht es mich, nicht direkt von Heerscharen Einheimischer belagert zu werden. Außerdem, seit wann sind Wartehallen von Flughäfen zum Warten da? Ich werde nach draußen gegangen. Zum Warten könnte ich mich ja auch woanders hinsetzen. Dieses sympathische Gefühl der irrationalen Befremdung..; On The Road Aggain! Es ist dunkel, halb 5 Uhr morgens und ich will noch die Dämmerung abwarten bis ich mich auf den Weg nach Stonetown mache. Als es nach zwei Stunden endlich hell wird, lasse ich mich von einem Taxifahrer vom Flughafen an die Busstation von Stonetown fahren. Nach einiger Zeit holen mich dann Katharina, das Würstel-Madel aus Franken, und ihre Freundin Elli ab. Die Wartezeit vertreibe ich mir mit dem Beobachten der vollverschleierten Straßenkehrerinnen. Es ist irgendwie ein typisches Bild, marode Parks und zerbrochene Baum- und Beeteinrahmungen – alles hübsch sauber gehalten – morbider Betonflair am anderen Ende der Welt. Im Hintergrund sehe ich ältere Plattenbauten, die einen Hauch von DDR-Charme verbreiten. Katharina und Elli führen mich durch ein Gewirr von Gässchen und Wegen durch die arabische Altstadt von Stonetown. Die Häuser sind von den Jahren gezeichnet und, abgesehen von dem in den Gassen herumliegendem Müll, wird alles liebenswert in Schuss gehalten. Ich bin beeindruckt. Eine unglaubliche Mischung der Baustile: Kolonial, Indisch und Arabisch. Alles zusammen gibt eine Stimmung von 1001 Nacht. Aufregend, jedoch befremdlich. Ich merke, dass ich bloß drei Stunden geschlafen habe. Die zwei Mädels sind bei einem Freund namens Khamisi unter gekommen.

Längere Flugreisen hinterlassen irgendwie ihre Spuren. 70% davon sind abwaschbar. Mit den restlichen 30% begebe ich mich nach einer Dusche in das Wirrwarr der Gässchen. Elli und Katharina hinterher, durch unzählige Windungen und Plätzchen, trinken wir einen Chai am Straßenrand.

– 4 Chai & Gebäck 1200 Shilling, 60 Cent –

Für die zwei Mädels steht danach ein Kirchenbesuch mit ihrer afrikanischen Freundin auf dem Plan. Nichts für mich, ich fremdle mit der Vorstellung, 3 Stunden in einen Gottesdienst zu gehen. Elli und Kiddy kommen aus Bayern und das passt ins Klischee. Wir holen mir noch bei einem der unzähligen SIM-Karten-Händler an den Dalla-Dalla Stationen nähe des Marktplatzes eine SIM-Karte. Danach entlasse ich die zwei Kirchgängerinnen und mache mich auf in das Gewusel der Altstadt, um danach müde und kaputt vom Flug ins Bett zu Fallen.
Im „Luke Boy“ mache ich die erste Erfahrung mit afrikanischem Essen. Es ist eine Art Kantine, in der viele Einheimische essen und wo man für sein Geld ordentliche Portionen bekommt. Auf der zur Straße hin gewandten Seite stehen drei Esstische. Meistens sitzt an einem der dreien ein europäisches Mädchen, umgarnt von einem Beachboy. Aber zu den Beachboys später. Wir ergattern einen Platz im Innern und ich schlage mir den Bauch voll. Es schmeckt echt gut und ich habe schon den ersten Ratschlag meiner Mutter über den Haufen geworfen: Esse nur dort, wo es hygienisch aussieht. Der Hygienebegriff ist dehnbar.

Eigentlich will ich ein Taxi nach Matemwe nehmen, wo ich am Strand ein Hotel für die Nacht gebucht habe. Wir fahren am späten Nachmittag mit einem Dalla-Dalla, einem kleinen einheimischen Gruppenbüschen. Ein Dalla-Dalla ist nie voll und mein Arsch tut weh. Alle quetschen sich auf die kleine Ladefläche, welche mit 80km/h über die Straßen rauscht. Die Bremse ist auch gleichzeitig Hupe, 50 Meter Bremsweg gleich 8 Sekunden Quietschen.
Matemwe, oder vielmehr der Strand von Matemwe ist schön. Bei Mohammed, der Pension, bei der ich eigentlich reserviert habe, ist aber alles voll. Wir kommen im Nachbarhotel unter. Die beiden Hotels liegen am Strand ungefähr 50 Meter auseinander und so macht es eigentlich keinen Unterschied. Den Abend verbringen wir in dem ursprünglichen Hotel, in dem ich mir, im Gegensatz zu den Mädels, ein Paar Bier bestell. Die Mädels trinken Tee. Wie langweilig kann man bitte sein. Im Urlaub? Tee? Abends? Aber sie waren ja heute auch schon in der Kirche. Kurz bevor wir am Strand entlang zurück zu unserem Hotel gehen, erzählen die beiden Mädels mir, sie wollten Sansibar doch lieber etwas alleine erleben. Ohne mich sozusagen. Es fühlt sich an wie ein Brett vor dem Kopf und mir wird klar dass ich die Afrika-Tour erstmal alleine durchziehen muss. Und das alles am ersten Tag.

 

13.AUG.

Ein Dalla-Dalla ist nie voll -schöner Spruch, dachte ich mir noch auf der Hinfahrt nach Matemwe. Als wir dann aber schlussendlich zurück wollen und an der Straße stehen, das Klappern immer lauter wird und ein Toyota-Viehtransporter um die Ecke biegt, dämmert mir was das bedeuten mag. Wir steigen, oder vielmehr wir quetschen uns von hinten auf die Ladefläche. Ich lasse die Mädels vor und komme selbst gerade noch so auf die überdachte Ladefläche. Hinter mir hängen sie später noch, sich an allem festhaltend, am Transporter.

Eine kurze Situationsbeschreibung: Es handelt sich um einen dieser kleinen Toyota-Busse, nur mit Ladefläche. Auf ihm ein Metallkonstrukt. Auf ungefähr 30 Zentimeter Höhe ist in U-Form eine Holzbank an die Seiten der Ladefläche gezimmert. So niedrig deshalb, da man Gefahr laufen würde, sich sonst bei dem ganzen Gerappel den Kopf am Dach anzuschlagen. Wir können uns nicht mehr bewegen, zählen aber mit vereinten Kräften 35 Personen. Die Füße die vom Dach baumeln, nicht mitgezählt. Äußerst effizient und daher auch noch klimafreundlich! Es stinkt stark. Auf dem Dach stehen Eimer gefüllt mit gefangenem Fisch von der Küste. Bei jedem Schlagloch spritzt es von oben übelriechende Fischsuppe auf die am Rand der Ladefläche sitzenden Fahrgäste. Elli und Ihr Rucksack machen bei größeren Schieflagen die intensivste Erfahrung mit der Fischsuppe. Nach und nach, im Wechsel der Passagiere, rücken wir auf die verheißungsvollen Bankplätze am Rande der Ladefläche auf.
Zurück in Stonetown haben es die Mädels ziemlich eilig mich los zu werden. Ich checke im Flamingo ein. Sehr rustikal.. vielleicht ein bisschen zu sehr. Ranzig ist okay, das Flair muss dann aber stimmen. Nach einem Abend in den Gässchen und auf dem Nachtmarkt – es war der letzte Tag des Zuckerfestes – lege ich mich ab.

Selten habe ich so gut geschlafen. Ich habe keinen Schimmer, wie viel Uhr es ist. Bei meiner ausgedehnten Tour durch die Stadt komme ich etwas abseits an einem netten Hotel vorbei. 40$ ist mir aber viel zu teuer und mit viel Glück kriege ich den Preis auf 20$ herunter gehandelt. Für eine Nacht, nur 6$ teurer als die Absteige von heute Morgen. Ich wechsle kurzerhand das Hotel und verirre mich auf dem Weg mit Backpack in den Gassen. Genau davor habe ich mich am Vortag, während ich in den Gassen unterwegs war, gewarnt. Eine halbe Stunde irre ich mit Backpack durch die Gassen; bis ich, eher durch Zufall, doch an meinem neuen Hotel vorbeilaufe. Durchgeschwitzt nehme ich eine Dusche und stürze mich wieder ins Getümmel. Jetzt sitze ich in einem netten Café etwas abseits an der Promenadenmauer und lasse die Zeit vergehen. Morgen geht es zum Schnorcheln, ich bin mal gespannt.

Für die Zukunft: Ich stehe irgendwie nicht auf Verschleierung und den restriktiven Umgang mit Alkohol. Ich denke, ich werde also in Zukunft einen Bogen um islamische Länder machen. Ich finde es einfach nicht zu viel verlangt, ein Bier trinken zu können ohne die Touri-Schiene fahren zu müssen. Es fehlt die Authenzität, es ist künstlich. Die Preise sind es auch.
Das Wellenrauschen in meinen Ohren und die Sonne auf meiner Haut werden mittlerweile durch Michael Jackson im Hintergrund vervollständigt. Die Meeresbrise und der Kaffee tun den Rest. Ich bin angekommen. Hier und in diesem Moment. Und vor allem:
Bei mir. Alles ist gut. Punkt.

 

14.AUG – Schnorcheltripp

Wellenrauschen? Wellenrauschen die Zweite. Wenn ich mich je vor Wellenrauschen gefürchtet habe, dann jetzt. Kann es doch, ergänzt durch das Knacken von Planken und das Auf und Ab unserer Nussschale ziemlich an Behaglichkeit einbüßen. Auf dem Boot wechselt die Stimmung innerhalb von Minuten. Die Brandung wird stärker. Das Schiff oder vielmehr das Boot wirkt wie ein Spielball der Wellen. Dazu kommt das ewige Knarren und Quietschen. Vorher ausgelassen, redet jetzt keiner mehr und ich versuche mich durch das Schreiben zu beruhigen. Als wir uns, wegen der Schieflage des Bootes alle umsetzen müssen, werde ich noch nervöser. Ich traue dem beruhigenden Gelaber des Bootführers nicht. Aber langsam beruhigt sich der Seegang – Gott sei Dank – wieder! Trotzdem werde ich die Frage nicht los, was mir einfiel, auf dieses Boot zu gehen. Wenn der Motor verreckt, ist Schluss. In meiner Ausbildung zum Industriemechaniker habe ich gelernt: „Vertraue keiner Technik!“ In Afrika steige ich auf ein Holzboot, mit einem rauchenden Motor. Einem rauchenden Motor jedoch erst das Vertrauen zu entziehen wenn man bereits von Wellen überragt wird, bringt einem nichts; nichts als einen weiteren Anflug von Panik.

Gestern habe ich in dem Café an der Promenade noch zwei Franzosen kennen gelernt. Er arbeitet hier und ist irgendwie Multitalent, Sie ist in Afrika im Urlaub um ihn zu besuchen. Bevor ich den Abend mit den beiden und – ausnahmsweise guten – Drinks begieße, gehe ich mit dem Bayern-Duo und ziemlich vielen ihrer Freunde noch einen Chai trinken, in einem der zahllosen Gässchen der Altstadt. Für den nächsten Tag organisiere ich mir den Schnorchel-Boots-Horror-Trip und noch einen Tag Strand am Donnerstag. Als ich mich später am Abend dann mit den Franzosen treffe, gehen wir in zwei ziemlich gute Bars, eine auf dem Hausdach eines Hotels. Mit Blick auf die nächtliche Kulisse der Altsatdt und unter einem Sternenhimmel, nach dem man in Deutschland vergebens sucht, werde ich von dem Franzosen über die Gesetzlosigkeit der Massai aufgeklärt. Sie kämen aus Dörfern im tansanischen Inland und verdienten sich ihr Geld als Wachen oder Bodyguards. Hierfür seien sie wohl sehr anerkannt und gelten als gefährlich. Sie dürften jeden töten, da sie Massai sind. Das auch nur, weil sie in ihrer Jugend einen Löwen töten mussten. Der Tod eines Löwen als Legitimation; bizarr, aber hier für mich seltsam logisch.

Nachdem wir mit dem Boot wieder am Strand ankommen, sind alle froh aussteigen zu können. Ich recke mich freudestrahlend und erleichtert als ich wieder Sand unter den Füßen habe. Begleitet von den ungläubigen Blicken Einheimischer laufe ich über eine Schotterpiste auf eigene Faust zurück zur Straße. Mit einer Reihe feixender Jugendlichen, die ebenfalls versuchen, ein Auto anzuhalten, schaffe ich es, mich nach 20 Minuten in ein Auto eines Rastafaris zu quetschen. Es ist ein etwas in die Jahre gekommener Nissan-Jeep. Es läuft Afrika-Billo-Pop mit Bildschirm. Die Lieder und nicht zuletzt die Videos drehen sich fast ausschließlich um Geld und Frauen. Das krankhafte Geschlechterbild stößt mir einmal mehr auf.
Am Abend und zurück in Stonetown, nach ein Paar Chai-Tees bei Bambou-Chai, einem Straßenstand, zu dem nur Eingeweihte finden, mache ich mich mal wieder los. Es ist inzwischen dunkel und ich schwimme mit der Menge. Unter dem sternenklaren Himmel geben die alten Mauern ihre Wärme an die Abendluft ab. Das Meeresrauschen wird von geschäftigen Treiben überlagert. Ein leichter Wind weht. Mich dürstet es nach einem letzten Bier, bevor das Bett ruft. Am Wegesrand komme ich beiläufig mit einheimischen Jugendlichen ins Gespräch. Im Hintergrund der Nachtmarkt. In der Nase habe ich die vielen Gerüche der Freiküchen. Der Junge empfiehlt mir das „Sunrise“ um ein günstiges-Bier zu trinken. Also ändere ich meinen Plan und gehe ins Sunrise.
Ein Bier alleine zu trinken ist irgendwie traurig. Man versinkt schnell in einer Lethargie, die einen zudem noch als Alkoholiker dastehen lässt und das Bier wird zum Trostpreis. Im Innenhof des Sunrise sitzt eine Gruppe Deutscher. Ich lerne Flo kennen. Er lebt seit anderthalb Jahren in Dar-Es-Sallam, der Hauptstadt Tansanias auf dem Festland. Er hätte einen Guten Freund in DAR, der wisse, wo man feiern geht. Ich kriege seine Nummer und soll mich bei ihm melden, wenn ich übermorgen in Dar ankomme. Der Abend wird noch lang und sehr ausgelassen. Wir lachen viel und ich kann mein Glück kaum fassen.

 

15. AUG

Es kann ja sein, dass Frauen auf mich stehen, aber bei dieser Französin ist das schon fast krankhaft. Gestern gabs fünf Anrufe, heute Nacht nochmal 5. Zwischen 3 und 7 Uhr morgens wohlgemerkt. Habe ich ursprünglich vorgehabt mich nochmal mit den Franzosen zu treffen, habe ich jetzt immer weniger Lust dazu.

Ich stehe später auf als geplant. Egal, Pole Pole (Einheimisches Sprichwort, hört man überall, heißt so viel wie „langsam langsam!“). Nach ein paar Erledigungen nehme ich das DallaDalla nach Paje, einem Ort an der Ostküste. In Teddys Place, einem Surfer-Camp und mein Hotel für die Nacht, hole ich mir dann ein Bier und gehe an den Strand. Es ist wieder einmal wunderschön. Beim Volleyballspielen mit einem Franzosen und einem Pärchen aus England lerne ich Niklas und Andreas kennen. Der Abend geht bis drei. Die zwei sind Medizinstudenten und umgehen durch Afrika ihr Praktisches Jahr im Krankenhaus. Sehr kreativ unter Palmen. Sechs Bier und einen Haschisch-Kauf später rauchen wir den letzten Joint am Strand.

 

16.AUG

Die Nacht, nur unterbrochen durch ein paar Anrufe der Französin, war sehr erholsam. Morgen geht es weiter nach Dar. Mir juckt der Arsch, denn ich will aufs Festland. Morgen lasse ich die Hummeln frei. In Dar-Es-Sallam soll ich dann im Moka City auf Olivah warten. Montag will Kiddy dann über Dar nach Mombasa. Vielleicht fahre ich mit, vielleicht schaue ich mir noch Tanga an. Morgen ist es dann schon eine Woche Sansibar.

Zurück in Stonetown habe ich einen heftigen Streit mit den Mädels. Sie verlangen dass ich die Nacht, die ich bei Khamisi geschlafen habe, bezahle. Das Zimmer habe ich an dem Tag meiner Schnorchel-Tour für eine Nacht genutzt, weil die zwei mit einem Freund (und ohne mich) für zwei Tage nach Pemba, der nördlichen Hauptinsel des Sansibar-Archipels gefahren sind. Meine Idee war, dass ich mich, wenn Kosten wegen des Zimmers entstünden, für diesen einen Tag an den Kosten beteilige. Das Zimmer stand in der Zeit ohnehin leer; ob ich darin geschlafen hätte oder nicht. Jetzt auf einmal soll ich 20.000 Shilling für die Nacht Zahlen, obwohl die zwei, wie ich erfahre, sonst gratis dort wohnen.

Ich bin etwas gefrustet und stinksauer. Ich empfinde das Ganze als eine Art Verrat. Alleingelassen, von illoyalen Tussen betrogen, auf irgendeiner Scheiss Insel im Indischen Ozean unten in Afrika.
Aus Frust gehe ich danach einen trinken. Ich meine, ich kippe mir drei Gin-Tonic hinter die Binde. Zu meiner Überraschung hilft das ganz gut und ich gehe angeheitert und gar nicht mal mehr so schlecht gelaunt ins Sunrise. Gestern habe ich dort schließlich auch wen kennen gelernt. Mit zwei Mädels und zwei Schotten wechsle ich an dem Abend noch zweimal die Bars. Die Schottenboys müssen morgen auch nach Dar-Es-Sallam. Es geht bei ihnen noch einen Tag an einen Strand. Ob ich nicht dabei sein wolle, fragen sie. Ja wieso eigentlich nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.